Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht (arabisches Sprichwort)
 

       

Von der konventionellen Landwirtschaft über Antiquitäten zum diversifizierten Ackerbau

In den 1950ern konnte Johannes Wilmsen mit seiner Frau Gertrudis Wilmsen den heutigen Föckenhof in Kalkar-Hönnepel pachten. Neben dem Anbau von Getreide, Zuckerrüben und Futterpflanzen wurde schon früh Gemüse und Zierpflanzen angebaut. Man stellte die Milchvieherzeugung ein und begann mit der Erzeugung von qualitativ hochwertigem Fleisch von Angus-Rinder.

Später kam ein weiterer wichtiger Betriebszweig hinzu: Antiquitäten. Johannes Wilmsen handeltet mit Antiquitäten seit den 60er Jahren. Dieser Betriebszweig wurde bald wichtiger als die Landwirtschaft. Das war der Zeitpunkt an dem Sohn Martin Wilmsen die landwirtschaftlichen Tätigkeiten übernahm.

Um die Jahrtausendwende hatte die Landwirtschaft mit niedrigen Marktpreisen zu kämpfen. Investitionen waren schwer realisierbar. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Mutterkuhhaltung reduziert. Dennoch konnte der Föckenhof durch innovativen Ideen (wie den Dinkelanbau), einer vielfältigen Fruchfolge und einer guten Kostenstruktur weiter wachsen. 2018 stieg Sohn Max Wilmsen mit in den Betrieb ein, nachdem er eine landwirtschaftliche Ausbildung und ein Agrarstudium in Göttingen absolviert hat.


Heute ist uns ein nachhaltiges Wachstum wichtig. Wie erreichen wir dieses?

Der Boden ist unser höchstes Gut. Denn er ist Fundament und Nährmedium für unsere Pflanzen. Wir schützen unseren Boden durch eine angepasste Bodenenbearbeitung zur richtigen Zeit mit best möglicher Technik.


Anbau von vielfältigen Kulturen! Die heutige Landwirtschaft wird oft mit "Monokultur" in Kontakt gesetzt. Den Anbau einer Kultur ist für uns als Ackerbauer ökologisch und ökonmisch kontraproduktiv. Durch den wechselnden Anbau von Getreide (Dinkel, Weizen, Gerste), Hackfrüchte (Rüben, Möhren, Mais), Ölfrüchten (Raps) und Leguminosen (Gemüseerbs, -bohne) wird der Boden nicht einseitig ausgelaugt. Die eine Kultur gibt Nährstoffe an dem Boden ab, welche die nachfolgende Kultur benötigt und andersherum. 


Nutzung von Wirtschaftdünger aus der Region. Gülle und Gärreste sind die wichtigsten Düngemittel für unsere Pflanzen. Sie geben den Pflanzen nicht nur Stickstoff, sondern auch mehr als ein duzend weitere Nährstoffe (Phospor, Kalium, Magnesium, Calzium, etc.). Wir müssen somit weniger Mineraldünger einsetzten, der zum einen oft mit fossilen Brennstoffen hergestellt werden muss (Stickstoff) und zum anderen von weit her zu uns transportiert wird. Wir arbeiten mir vielen umliegenden Bauern zusammen, die uns den Wirtschaftdünger liefern.


Vermeidung von Nitratauswaschung! "Nitrat im Grundwasser? Das kommt aus der Landwirtschaft!". Solche Aussagen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Wir vermeiden den Nitrataustritt durch den Anbau von Zwischenfrüchten. Diese Früchte dienen als Begründung der Flächen zwischen den Hauptkulturen, meist über Winter. Sie nehmen den Nitratstickstoff auf, der somit nicht ausgewaschen werden kann.

Pflanzenschtuz mit Augenmaß! Als Ackerbauer konzentrieren wir uns die Pflanze bis zur Ernte so gut es geht zu pflegen. Pflege bedeutet jedoch auch, diese vor sogenannten Pathogenen (krankmachende Erreger) zu schützen. Den chemischen Pflanzenschutz setzten wir nur nach Erkennen einer Krankheit und nicht präventiv ein. Für die Praxis heißt das: 1. Kontrolle der Kulturpflanze, 2. Erkennen von Symptomen, 3. Diagnostik des Erregers, 4. Pflanzenschutzmittel auswählen und dosieren.

Moderne Maschinen! Wie auch in andereren Wirtschaftszweigen schreitet die mechanisierung stetigt voran. Oft steht die Kostenreduzierung im Vordergrund. Bei einer Neuanschaffung ist uns vor allem eine Verbesserung für Mensch und Natur wichtig. So sind unsere Maschinen mit einer satelliten gesteuerten Technik ausgestattet. Der Traktor fährt im Feld auf einer vorgeschriebenen Linie 2 cm genau. Pflanzenschutz- und Düngemittel werden eingespart, da sie weniger doppelt ausgebracht werden.

Mitarbeiter als Schlüsselfunktion! Um diese Grundsätze umzusetzten sind wir auf qualifiziertes Fachpersonal angewiesen. Sie müssen Maschinen den Ansprüchen der Kultur anpassen können. Sie müssen Probleme im Feld erkennen und beheben können. Heute ist es schwer gutes Fachpersonal zu bekommen. Wir versuchen vor allem den Mitarbeitern ein angenehmen Arbeitsplatz durch moderne Maschinen und flexibel dessen Freizeitanspruch einzughen.

Der größte Anteil der Ackerflächen gehört unseren Verpächtern.  Sie stellen uns den Boden für Wachstum zur Verfügung. Diesen möchten wir nach unseren genannten Grundsätzen des nachhaltigen Anbaus hegen und pflegen. Unsere Verpächter sollen daran  teilhaben.